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Recht / Zivilrecht 
Donnerstag, 23.01.2020

Gefahrenlage offensichtlich und naheliegend - Grundstückseigentümer haftet nicht bei Unfall mit zufallendem Tor

Wenn jemand durch ein zufallendes Haustor verletzt wird, aber erkennbar war, dass es sich um eine schwere und damit windanfällige Eisentür handelte und dass es gefährlich ist, bei starkem Wind ein Körperteil zwischen Tür und Türrahmen bzw. Mauerwand zu halten, muss der Hauseigentümer nicht haften, weil kein Warnhinweis am Tor angebracht war. So entschied das Landgericht Köln (Az. 16 O 438/18).

Bei der Ausfahrt aus einem Grundstück musste eine übertunnelte Hofeinfahrt und ein Eisentor durchquert werden. Es herrschte starker Wind. Der damalige Lebensgefährte und Grundstückseigentümer bat die Klägerin nach der Durchfahrt, das Eisentor zur Hofeinfahrt zu schließen. Als diese das Tor mit dem Schlüssel im Schloss zuzog, schlug dieses mit voller Wucht zu und quetschte ihr den Arm ein. Sie erlitt dadurch erhebliche Verletzungen und verlangte vom Grundstückseigentümer Schmerzensgeld und Schadensersatz. Er habe die Tür nicht ausreichend, z. B. mit einem Türdämpfer, gegen Zufallen gesichert. Jedenfalls hätte er ein Hinweisschild anbringen oder sie anderweitig warnen müssen.

Das Gericht erkannte keine Pflichtverletzung des Beklagten und wies die Klage ab. Die Gefahrenlage sei so offensichtlich und naheliegend gewesen, dass es keines besonderen Warnhinweises bedurfte.

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